An einem Donnerstag im Dezember. Ich hatte meinen freien Tag. In der nahen Eifel hatte es geschneit, das hatte ich im Radio gehört. 20 cm Neuschnee sollte es gegeben haben.
Bei uns hier im Flachland gibt es ja kaum einmal Schnee, aber ich wollte die weiße Pracht unbedingt erleben. Auf der anderen Seite wollte ich meinen freien Tag so gemütlich wie immer verbringen. Normalerweise ziehe ich mich an meinem freien Tag nicht an. Nach dem späten aufstehen, mache ich splitternackt meine Hausarbeit, danach setze ich mich dann im Sommer nackt in den Garten oder mache ein bisschen Gartenarbeit. Im Winter lege ich mich gemütlich auf das Sofa und lese ein Buch. Aber ich wollte doch so gerne einmal in den Schnee - nur Lust auf Klamotten hatte ich nicht. Keine engen Gummibänder am Bauch !
Da kam mir eine Idee. Ich hatte doch im letzten Jahr bei Ebay einen Pelzmantel ersteigert - nichts besonderes, aber schön warm und
weich. Wenn ich mich bei mir ins Auto setzen würde und erst in der
Eifel wieder aussteige, brauche ich mich eigentlich nicht anzuziehen. Also los. Ich zog meine Stiefel an und den Pelzmantel,
sonst nichts. Dann ab ins Auto und in Richtung Eifel. Natürlich hatte ich vorher noch den Schlitten eingepackt.
Eines hatte ich nicht bedacht. Nach ein paar Kilometern lief die Heizung im Auto auf Hochtouren und im Pelzmantel war es ganz
schön warm. Ganz ausziehen konnte ich den Mantel aber nicht. Schließlich war es taghell und splitternackt im Auto zu sitzen,
das hätte wahrscheinlich zu so mach einer Karamboulage geführt.
Trotzdem hatte ich den Mantel so weit auf, dass mein Busen sehr gut zu sehen war. „Hoffentlich komme ich nicht jetzt gerade in eine Kontrolle“. Ich musste nur wenige Kilometer in die Eifel fahren. Mit jedem Stück, dass es bergauf ging, wurde die Landschaft um mich herum weißer. Plötzlich war ich mitten in einer Winterlandschaft. Nun hieß es einen Parkplatz am Waldrand zu finden. Aber auch das war schnell gemacht. Dann den Schlitten ausgepackt, die Mütze aufgesetzt und los ging es.
Kalt war es mir überhaupt nicht - Im Gegenteil durch das stramme Gehen und herumtollen mit dem Schlitten war mir richtig warm geworden - Ich öffnete den Mantel ein bisschen und dann immer weiter, bis ich ihn ganz offen trug. Das war ein tolles Gefühl, so ganz nackt im Schnee. Einmal bin ich sogar hingefallen. Da spürte ich ganz toll die kalten weißen Kristalle an den Stellen, an die sonst nie Schnee gelangen würde. Ich kam an eine Stelle, da ging es ca. 50 Meter bergab. Hier wollte ich ein paar Mal mit dem Schlitten herunterrodeln. Der Mantel störte, ich legte ihn einfach über einen Baumstumpf und rodelte los. Kalt war mir dabei komischerweise überhaupt nicht. Als ich mit dem Schlitten unten angekommen war, fiel mir erst ein, dass ich außer meiner Mütze, dem Schal und den Handschuhen ja gar nichts mehr anhatte. Und es kam wie es kommen musste – plötzlich stand oben an der Stelle, wo ich losgerodelt war und an der mein Mantel lag ein Jäger. Mir blieb also nichts anderes übrig als so normal wie möglich zu dem Platz zurückzugehen. Also Chris, dachte ich „Kopf hoch“. Als ich dann wieder oben auf dem Hügel angekommen war, stand der Mann immer noch da und schaute mir zu. Sein Gewehr hatte er über die Schulter gehängt. Als ich auf ihn zukam, lächelte er : „Ist es nicht etwas zu kalt“ meinte er und reichte mir den Mantel. Mir war immer noch ganz warm. Durch das stramme bergauf gehen und das gleichzeitige Ziehen des Schlittens. „Den brauche ich noch nicht!“ erwiderte ich. Wir gingen dann noch mehrere 100 Meter nebeneinander her. Der Jägersmann trug dabei meinen Mantel über den Arm. Für Spaziergänger muss dieser Anblick schon ein wenig sonderbar gewesen sein: Ein Jäger mit Gewehr und Pelzmantel über dem Arm und daneben eine splitternackte Frau im Schnee.
Kurz bevor ich mein Auto auf dem Parkplatz erreicht hatte trennten sich jedoch unsere Wege. Der Waidmann half mir noch in den Mantel und verabschiedete sich brav. Ich hatte einen schönen Trip in den Schnee gehabt. Auf dem Rückweg wollte ich noch in einem Cafe anhalten, dann fiel mir aber wieder ein, dass ich mich ja gar nicht ausziehen konnte. Also fuhr ich durch bis zu Hause und konnte mich da endlich des warmen Mantels wieder entledigen und meine Kaffeepause nachholen. Sogar ein bisschen braun war ich durch die Wintersonne geworden und diesmal nicht nur im Gesicht !